Fear and desire | Flynn & Mavie
[ Nach unten | Zum letzten Beitrag | Thema abonnieren | Neueste Beiträge zuerst ]
Fear and desire | Flynn & Mavie
von Mavie am 21.09.2024 15:56Düster zogen die Wolken über den Himmel, ein Wechsel von Licht und Schatten, wobei das Dunkle überwog. Die schmalen, finsteren Gassen schäbiger Häuser, die zu beiden Seiten über ihm aufragten, zogen sich wie ein Labyrinth durch das Viertel. Mavie wusste, welche Risiken er auf sich nahm, während er sich hier runter wagte, an eingefallenen, wilden Gestalten vorbei, Abscheu im Blick.
Diese Abscheu kann ich erwidern. Seht mich an, traurige Wesen.
Ein Lächeln zeichnete sich auf seinen Zügen, die falsche Freude, nicht Teil dieser Welt zu sein. Nicht mehr. Oder? Doch es war auch kein Akt der Verzweiflung, der Mavie zwischen diese Menschen trieb, in Kleidung, die ihn weder sonderlich reich, noch arm wirken ließ, unauffällig war, ihn mit nichts in Verbindung brachte, das nicht sein sollte. Es war schlichtweg das kleinere Übel, die Informationen, die Mavie brauchte, auf diese Weise zu erhalten, die Not eines Spions, der sich für seine Aufgabe an einen Ort wagen musste, den er normalerweise vermied.
Der Schwarzmarkt dürfte ganz in der Nähe sein. Abscheulich wie die Nacht. Die doch so schön sein kann.
Erst die rufenden Stimmen in der Ferne lenkten Mavie ab, durchbrachen diesen Moment der Stille, der hier in den Straßen recht selten aufzufinden war.
M A V I E
Krähe
An eternal desire for influence, wealth and power. Control is everything.
» It's a game. Just a game. I will hold you; not for honor, just to see the fading beauty of your lovely eyes. «



Even as a child I've always gone my way.
x x x
Re: Fear and desire | Flynn & Mavie
von Flynn am 22.09.2024 20:58Der Gestank auf dem Marktplatz war heute unerträglich. Flynn war sowieso nicht schon gern hier, aber heute hätte er sich am liebsten wieder in seinem Keepsake Laden verkrochen und hätte ihn nicht verlassen. Martini folgte ihm auf den Fuß und wagte es nach seinem strengen Blick auch nicht mehr, an irgendwelchen Pfützen von fragwürdigem Inhalt zu schnüffeln. Neue Munition war alles, was er brauchte - das Wissen begrenzte Kugeln zu haben verlieh dem Phantom ein unangenehmes Gefühl - wie eine Vorahnung. Was, wenn ausgerechnet heute etwas passieren sollte? Wenn er sich von Kugeln durchsieben ließ, stünde die Bande ohne einen Kopf da - ohne das kleine schwarze Büchlein in der Innenseite seiner zerschlissenen Jacke waren die Crimson Eyes verloren. Jahrelange, sorgsam zusammengetragene Informationen, Gerüchte sowohl wie sichere Uhrzeiten und Routinen. Nervös huschte Flynns Blick über den Platz. Das alles war Crimson Eyes Gebiet - nur selten wagte es ein Sheriff, sich hier unten blicken zu lassen, und dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass etwas---unvorhersehbares geschehen würde.
Und oh, Flynn hasste Unvorhersehbares.
Ein süßlich schwerer Geruch lag in der Luft - der Vorbote eines spät kommenden Herbstregens. Der staubige Boden auf dem Platz schrie bereits danach, wollte sich in eine Schlammgrube verwandeln, in der sich die Straßenkinder um eine Brotkante prügelten. Mit einem grimmigen Ausdruck im Gesicht stapfte Flynn mitsamt seines Hundes an einen der Stände, um den vorhandenen Pulvervorrat zu begutachten. Der Händler zeigte ihm seine halb vergammelten Zähne und nannte eine Zahl, die viel zu überteuert war. Sorgsam knüpfte Flynn die ersten drei Knöpfe seines Hemds auf und entblößte die rote Tinte, die unter seine Haut gestochen war. Kalte Angst legte sich auf die Miene des Händlers und er schob ihm das Pulver mitsamt des kleinen Kugelvorrats über die Theke. Das Phantom bedeckte sich wieder und ließ einen Taler über die Theke springen. "Ich war nie hier.", sagte er und strafte den Mann mit einem kalten Blick. Der Ausdruck der reinen Panik auf seinem Gesicht zeugte davon, dass er ihn nicht verraten würde. Zu wichtig war ihm sein Leben.


Antworten






