Dinnertime | Nolan & Niwan

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Niwan
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Dinnertime | Nolan & Niwan

von Niwan am 19.08.2024 18:59

Es war Mittagszeit, die Sonne stand hoch oben am Himmel und brannte auf den Marktplatz. Sich aktuell mitten in der prallen Sonne aufzuhalten, war reiner Selbstmord. Selbst im Schatten war es so warm, dass man sich am liebsten einfach nur ausziehen würde, wohlwissend, dass dies nicht die erhoffte Kühle bringen würde. Niwan stand am Rand des Marktplatzes, hatte sich ein ruhiges, schattiges Plätzchen ausgesucht, damit die Sonne nicht so unbarmherzig auf seinen Kopf brennen würde. Tatsächlich bekam Niwan gar nicht mal an so vielen Orten die Sonne zu sehen, da die Unterwelt sehr in Dunkelheit und Schatten gehüllt war, doch die Sonne fand immer einen Weg, wie sie sich durch Löcher kriechen und wenden konnte, um doch noch ein paar Strahlen in die Unterwelt zu entsenden, was sie allerdings nicht weniger warm machte. 
Mit knurrendem Magen beobachtete Niwan das Schauspiel, wie die Menschen sich Essen holten, Vorräte auffüllten, oder andere Sachen an den Ständen am Marktplatz kauften. Nur zu gerne wäre Niwan auch einfach zu einen der Händler hingegangen, hätte auf etwas essbares gezeigt, sich dies geholt und voller Genuss verspeist. Jedoch ging sein letztes Geld für das Essen gestern drauf. Erneut hörte er seinen Magen knurren. Er wusste, er konnte nicht mehr nur zusehen, wie alle anderen sich hier etwas holten. Er musste anfangen sich selber Essen zu besorgen.
So begann er seinen Blick aufmerksam umher gehen zu lassen, ließ dabei keine noch so kleine Gasse aus, die an den Platz angrenzte. Doch alle die er bisher erblickt hatte, erwiesen sich nicht als richtiges Ziel. Solange bis ein Mann seine Aufmerksamkeit erhaschte. Im ersten Moment gar nicht mal unbedingt, weil er dachte, dass dies das perfekte Opfer für ihn sein könnte. Der Mann hatte seine Aufmerksamkeit auf ihn gezogen, weil Niwan ihn äußerst attraktiv fand. Erst auf dem zweiten Blick fiel ihm auf, dass der Typ auch etwas zu Essen mit sich herumtrug. Kaum merklich zuckte er mit den Schulter. //Tut mir leid Süßer, aber Attraktivität schützt dich leider auch nicht. Zumindest nicht heute... ich brauch unbedingt was zu essen.// So also begann Niwan sich in Bewegung zu setzen, ieß sich harmonisch in den Fluss einfließen, wirkte es so, als würde er nun ebenfalls einfach nur etwas über den Markt schlendern. Sein Ziel ließ er dabei nicht aus den Augen, näherte sich dem immer mehr an, bis er einen angemessenen Abstand zu ihm hatte. Von dort aus würde er ihm eine Weile noch unauffällig folgen, ihn beobachten, ehe er die nächsten Schritte einleiten würde. 

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Nolan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Nolan am 20.08.2024 13:28

Die Arme hatte Nolan vor der Brust verschränkt, als er den Blick seines Gegenübers konterte. Der Verkäufer starrte ihm kühl entgegen, so einfach würde er sich wohl nicht beirren lassen. Der Söldner kräuselte missbilligend dir Lippen. "350 Taler? Du hast wohl den Verstand verloren." Der Händler zuckte nur mit den Schultern und lies seinen gierigen Blick erneut über die beiden Waffen an Nolans Gürtel wandern "350 Taler, oder einen der Revolver. Für die schäbigen Dinger ist das ein guter Deal, nicht?" Abwehrend legte der schwarzhaarige seine Hände über die Griffe. "Das klingt nach einen verdammt miesen Angebot", erwiderte er missmutig und richtete seinen Blick anschließend erneut auf die kleine, halb geöffnete Schachtel, in der sich die angebliche Celestium Munition befand. Das weißlich schimmernde Metall hatte seine Aufmerksamkeit sofort auf sich gezogen, hier im Untergrund hatte Nolan eigentlich auf einen günstigeren Preis gehofft, denn das Erz war natürlich nicht ersteigert, sondern gestohlen worden. Unglücklicherweise stellte sich der Vertreiber besagten Guts jedoch als besonders gierig heraus. Nolan schnaubte abfällig, "ich verzichte", kopfschüttelnd wandte er sich zum Gehen ab - wer wusste schon, ob es sich überhaupt um reines Celestium handelte. "Schön...330!" Rief ihm der Händler noch nach, doch der Söldner winkte nur kopfschüttelnd ab.
Eigentlich hielt Nolan nach nichts bestimmten Ausschau, da es ihm ohnehin in den Untergrund verschlagen hatte, hatte der Söldner beschlossen, sich nach ein paar lukrativen Angebot auf dem Markt umzusehen. Was da anging, schien heute aber nicht wirklich sein Glückstag zu sein. Aus einem kleinen Beutel, der an seinen Gürtel befestigt war, holte Nolan getrocknetes Fleisch hervor, welches er sich Häppchen Weise in Streifen geschnitten hatte - ein wenig Essen konnte er wirklich vertragen. Das sein Mittagessen die Augen eines kleinen hungrigen Diebes auf sich zog, ahnte der Söldner nicht. Nach der kurzen Pause begann sich der groß gewachsene Mann schließlich weiter durch die Menge zu bewegen. Zunächst fiel ihm nichts auf, doch Nolan war nicht naiv. Er wusste ganz genau wie viele verarmte Menschen in der Not zu Dieben wurden, immerhin war es ihm eine Zeit lang nicht anders gegangen. Als er daher bemerkte, wie ihm ein Augenpaar stets zu verfolgen schien, wurde der Söldner misstrauisch. Zunächst ließ er sich allerdings nichts anmerken, stattdessen lief er weiter und hielt schließlich an einen der Stände, um die Ware zu begutachten.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.08.2024 13:30.

Niwan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Niwan am 20.08.2024 15:56

Zwar war Niwan aufmerksam, aber nicht aufmerksam genug um zu merken, dass sein Vordermann Wind davon bekommen hatte, dass man ihn beobachtete. Dabei gab sich Niwan große Mühe unauffällig zu sein, wirkte es von außen so, als würde er wirklich nur zufällig in dieselbe Richtung schlendern, wie der Mann, den er sich als Beuteziel ausgesucht hatte. Auch gab der Mann keinerlei Anzeichen, dass er aufgeflogen war, verhielt er sich unnauffällig, was Niwan in seinem Glauben bestärkte, dass der Fremde ihn nicht bemerkt hatte. Als dieser zu einem Stand ging und dort stehen blieb, lief er dicht an den Mann vorbei, griff beiläufig nach dem Beutel und zog einmal fest, um ihn von dem Gürtel abreißen zukönnen. Im selben  Moment rammte er den Mann mit seiner Schulter, um ihn von der Berührung am Gürtel abzulenken. In einer schnellen geschickten Bewegung hatte der den kleinen Beutel hinter seinen Rücken veschwinden lassen. Sofort hob er beschwichtigend die Hände, nachdem er stolpernd zum Stehen gekommen war und sah den Größeren mit vor Schock geweiteten Augen an. "Verzeihung! Ich habe nicht aufgepasst, wo ich lang gegangen bin.", begann Niwan direkt sich zu entschuldigen. Er wollte es so aussehen lassen, als hätte er den anderen nur versehentlich angerempelt, wollte mit aller Kraft die Aufmerksamkeit fern von dem Beutel des Fremden halten, damit diesem erst auffiel, dass sein Essen verschwunden war, wenn Niwan schon weit genug war, als dass er ihm noch etwas anhaben könnte. "Entschuldigen Sie noch mal vielmals!", sagte er, verneigte sich dabei auch leicht vor dem anderen, um ihn die Aufrichtigkeit seiner Entschuldigung zu beweisen. Im selben Atemzug began er schon langsam kleine Schritte nach hinten zu machen, während er mit den Augen versuchte die Reaktion im Geischt des Mannes abzulesen. Konnte er gehen? Würde man ihm die Entschuldigung einfach abkaufen? Oder wäre der Mann sehr verärgert, dass man ihn angerempelt hatte? Oder hatte er gar bemerkt, dass man ihn beklaut hatte? Nein, letzteres konnte nicht sein. Niwan  hatte sich subtil verhalten und den Verdacht sofort abgelenkt. 

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Nolan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Nolan am 21.08.2024 07:48

Ganz wie erwartete, hielt sein Verfolger neben ihm, Nolans Vermutungen wurden demnach nur noch weiter bestätigt: Jemand wollte ihm bestehlen. Der Kleinere rammte ihm an der Schulter, ein kleiner Ruck an seinen Gürtel, den der Söldner unter anderen Umständen vermutlich gar nicht bemerkt hatte und schon hob der kleine Dieb entschuldigend die Hände, den erschrockenen Blick hätte Nolan ihm fast abgekauft. Allerdings eben nur fast. Denn eben jenen Trick hatte Nolan in jüngeren Jahren schon oft genug angewandt, um an das Geld seiner Opfer zu gelangen. So einfach würde er sich nicht beklauen lassen. Bevor sich Niwan also abwenden konnte, packte er den blonden am Arm. "Die falschen Entschuldigungen kannst du dir sparen", zischte er, ein bedrohliches Funkeln in den Augen. "Glaubst du, ich erkenne einen Dieb wie dich nicht?" Der Händler des Standes warf ihnen derweil einen misstrauischen Blick zu. "Hey! Was soll das?" Missmutig musterte er Nolan und Niwan, bevor er sich an den Söldner wandte "hat der Bursche etwa gestohlen?" Nolan antwortete nicht direkt, seine Augen blieben zunächst weiter auf Niwan gerichtet, dessen Arm er immer noch fest umschlossen hielt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.08.2024 07:48.

Niwan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Niwan am 21.08.2024 09:00

Der Plan von Niwan ging bei weitem nicht so auf, wie er es sich erhofft hatte. Anstatt, dass er sich nach seiner sehr aufrichtig klingenden Entschuldigung einfach aus dem Staub machen konnte, wurde er von dem Fremden an seinem Arm gepackt. Der Typ hatte einen festen Griff. "He!", rief Niwan sofort, agierte er mehr aus Schock, als aus Verstand. "Du tust mir weh!" Seine Augen hatten sich diesmal ernsthaft vor Schreck geweitet. Er hatte absolut nicht damit gerechnet, dass er auffliegen würde. Es war dabei nicht das erste mal, dass sein Versuch jemanden zu bestehlen schief ging, doch an das Gefühl, welches er hatte, wenn er aufflog, würde er sich nie gewöhnen können. Sein Herz raste und man konnte ihm die Panik in seinem Gesicht deutlich besser ablesen als ihm lieb war. 

Niwan schüttelte den Kopf. "Da musst du was verwechseln. Ich bin kein Dieb. Ich habe lediglich nicht aufgepasst, weswegen ich dich versehentlich angerempelt habe.", versuchte er dem anderen zu versichern. Zusätzlich zog er an seinem Arm, in der Hoffnung den frei zu bekommen. Wenn der größere Mann jedoch kein Mitleid mit ihm hatte, so würde er wohl keine Chance haben aus dem Griff frei zu kommen. Auch wusste Niwan, dass es gewagt war, sein Lügenkonstrukt aufrecht zu erhalten. Vermutlich hätte er bessere Chancen, wenn er ehrlich gestehen würde, was er getan hatte und sich dafür entschuldigte. Doch dann müsste er auch sein Diebesgut wieder hergeben und sein leerer Magen fand diese Idee gar nicht gut. Es war ein gefährliches Spiel, besonders da der Mann einen gefährlichen Eindruck auf Niwan hinterließ. Doch er versuchte sich die Angst nicht allzu sehr anmerken zu lassen.

Als der Händler sich einmischte richtete er seinen Blick kurz auf diesen. Erneut schüttelte der Kleinere den Kopf. "Nicht doch! Ich bin doch nicht lebensmüde und würde jemanden wie ihn beklauen.", versuchte er auhc sein Glück bei dem Hädler, hoffte, dass er davon profitierte, dass Nolan gerade als der deutlich Stärkere in der Situation hervor ging. Vielleicht würde man wirklich Mitleid mit dem armen, schwachen, jungen Mann haben. Konnte so ein zartes Geschöpf doch niemanden etwas zu leide tun... Ob er hier damit wirklich durch kam? Vermutlich nicht, dafür gab es viel zu viele wie ihn, die darauf angewiesen war, anderen Dinge zu stehlen. Doch Niwan sah nicht, dass er noch eine wirklich andere Möglichkeit hatte, um aus der Situation herauszukommen. Unruhig sprang sein Blick zwischen dem Söldner und Händler hin und her.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 21.08.2024 09:28.

Nolan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Nolan am 22.08.2024 16:27

Sobald er ihn packte, erblickte Nolan die Panik in den Augen des jungen Mannes. Unweigerlich wurde er an eigene Misserfolge erinnert - fehlgeschlagene Beutezüge, die ihm eine Tracht Prügel eingebüßt hatten. Seine Einschüchterung erzielte nicht direkt den gewünschten Effekt, denn trotzdem versuchte der kleine Dieb seine Lüge aufrechtzuerhalten.
Nolans Blick blieb unlesbar, während die blaugrauen Augen auf den Kleineren gerichtet blieben, erst als der Händler das Wort erhob, richtete sich Nolans Blick nach ein paar Sekunden auf den bärtigen Mann. "Eine Meinungsverschiedenheit", erwiderte er schließlich zwischen zusammengebissenen Zähnen, "misch dich nicht ein." Ein Ruck und Nolan zog den jüngeren Mann hinter sich her, "mitkommen", befahl er, obwohl Niwan ohnehin keine Wahl hatte. Der Söldner behielt sein Handgelenk fest umschlossen.
Abseits der Stände und der Menschenmassen blieb er schließlich stehen, sein Griff lockerte sich etwas, während er Niwan fixierte. "Hör zu, deine falschen Spielchen und Ausreden kannst du dir sparen", klärte er den jungen Mann gleich auf, "Ich hab genug dieser Tricks selbst angewandt, so einfach lass ich mich nicht von einem Möchtegern wie dir bestehlen. Jetzt her mit meinem Geld." Da er auch seine Taler in einer kleinen Gürteltasche aufbewahrte, ging der Söldner automatisch davon aus das Niwan danach gegriffen hatte. Seine Stimme hatte eine bedrohliche Ruhe angenommen, noch einmal verstärkte er den Griff, um den Arm des Blonden um ihm zu verdeutlichen, das er sich auf keine Spielchen einlassen würde. Der Untergrund war einst seine Heimat gewesen, vor einiger Zeit, hatte er nach Beutezügen mit seinen Bandenmitgliedern über die dämlichen Leute gelacht, die sie Diebe so einfach davon kommen ließen - er würde nicht zu einen solchen Dummkopf werden und sich sein hart erarbeitetes Geld abknöpfen lassen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.08.2024 16:29.

Niwan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Niwan am 23.08.2024 15:27

Verwirrung mischte sich in die Panik von Niwans Blick. Der Mann, der ihn festhielt, wirkte nicht so, als wäre das zwischen den beiden nur ein Missverständnis. Warum also hatte er das vor dem Händler so behauptet? Wollte er nur verhindern, dass der Mann sich weiter einmischte? Wenn ja, fragte der Blonde sich, was man mit ihm vor hatte. Er befürchtete das schlimmste. Sicherlich würde er froh sein können, wenn er hier lebend raus kam, denn der Fremde machte einen sehr eisernen Eindruck,  wirkte es nicht so, als hätte die Mitleidschiene von Niwan auch nur irgendwas gebracht.
"He!" Niwan konnte den leisen Aufschrei nicht verhindern, als er den Ruck verspürte und anschließend unsanft mitgenommen wurde. "Ich komme ja schon...", murmelte er kleinlaut, wirkte es ein bisschen so, als wollte er seine vorherige, extremer Situation relativieren. Und er folgte seinen Worten auch, nicht dass er irgendeine andere Wahl gehabt hatte. So stolperte er dem Größeren hinterher,  bis dieser zum Stehen kam. 
Niwan wollte seine Gelegenheit nutzen, als er spürte,  wie der Druck an seinen Arm geringer wurde, versuchte er diesen aus dem Griff zu befreien. Doch im selben Moment wurde er von Nolan fixiert, weswegen er seine Chance auf Freiheit wieder davon war. //Möchtegern? Pfff von wegen... ich spiele mich hier im Gegensatz zu anderen nicht so auf.//, dachte der Mann sich zickig. Dabei meinte er seine Gedanken nicht so und würde er auch den Teufel tun, diese jemals auszusprechen. Er hatte einfach nur eine heidenangst und es war eine Art coping Mechanismus für ihn derartig zickig in Gedanken zu reagieren. Denn Angst lähmt ihn, was in den meisten Situationen sein Tod bedeuten würde. "Ich hab dein Geld aber nicht.", gab er von sich, klang dabei etwas putzigen als gewollt. In seinem Blick konnte man dafür nur zu gut erkennen, dass die Angst und somit auch ein gewisser Respekt vor dem Mann noch immer da war. Mit seiner freien Hand ging er zu seinem Rücken und holte langsam das geklaute Beutelchen hervor, welches er sicher an seine Hose gesteckt hat. "Hier." Mit den leisen Worten überreichte er dem Fremden sein gestohlenen Essen. Passend, wie als würde sein Magen gegen diese Aktion protestieren, knurrte dieser laut vor Hunger. 

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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Nolan am 25.08.2024 11:40

Als er ihm mit sich zog, schlug der jüngere Mann einen anderen Ton an, Nolan erkannte die Angst dahinter. Vermutlich war das nicht sein erster Beutezug, der fehlschlug. Gut, denn diese Furcht war genau was der Söldner erzielen wollte. Da er nicht vorhatte den, ihm deutlich unterlegenen, Dieb mit Schlägen zu bestrafen, musste er ihm irgendwie anders Einschüchtern. Er wollte das der blonde Mann niemals wieder auf den Gedanken kam, ihn zu bestehlen. Im besten Fall würde er auch noch seine anderen Diebesfreunde warnen.
Niwans gesamte Körpersprache zeugte von tief sitzender Angst. Furcht hatte Nolan bereits so oft in seinen Leben gesehen und gespürt, das seinen erfahrenen Blick niemals die geweiteten Pupillen oder die angespannte Körperhaltung entgangen wäre. Dennoch schlug sein Gegenüber bei den nächsten Worten einen patzigen Ton an. Etwas, das ihm einen kalten Blick des Söldners einbüßte, in dem eindeutig eine Warnung lag. Nolan glaubte zunächst, das der kleine Dieb tatsächlich vorhatte ihm weiterhin dreist zu belügen und so zu tun, als hätte er nicht gestohlen. Demnach bildete sich eine leichte Falte auf Nolans Stirn ab, als Niwan mit der freien Hand nach dem kleinen Beutel griff, in welchem Nolan sein Essen aufbewahrt hatte. Kurz warf er dem Dieb noch einen misstrauischen Blick zu, der Söldner tastete nach seinem Geld, doch tatsächlich. Von seinen Talern schien nichts gestohlen worden zu sein. Wortlos nahm er das Beutelchen entgegen, sein Blick blieb an dem Jüngeren hängen, als dessen Bauch plötzlich laut zu knurren begann - sicherlich hatte er lange nichts mehr gegessen.
Es war beinahe so, als würde Nolan den Hunger selbst spüren. Er war sein ständiger Begleiter gewesen, bereits seit seinen Kindertagen. Sein Vater hatte sie schon kaum ernähren können und nach seinem Tod hatte Nolan noch sehr viel weniger auf den Tisch gebracht. Auch ihm hatte das nagende Gefühl schon mehrmals zum Dieb gemacht.
Zwar versuchte Nolan die kühle Maske aufrechtzuerhalten, doch für einen kurzen Moment sah man ihm an, in welcher Zwist der Söldner steckte. Mit einem tiefen, unzufriedenen Seufzen gab er das kleine Beutelchen schließlich an den Dieb zurück. "Behalt es einfach", brummte er, beinahe grimmig. Er ließ von Niwan ab, die Arme verschränkte der Söldner vor der Brust. Es gefiel ihm nicht, wie einfach er seinen Besitz abtrat. Mitleid war eine Schwäche, die er sich hier unten eigentlich nicht erlauben konnte. Er hatte eisern wirken wollen, um den Blonden abzuschrecken. Das konnte er jetzt aber vermutlich ohnehin vergessen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 25.08.2024 13:23.

Niwan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Niwan am 26.08.2024 15:08

Wenn es Nolans Plan war, Niwan zu verängstigen, dann funktionierte es. Der Mann hasste es. Er war bei weitem nicht so hart, wie er gerne hätte. Nach außen hin, schien es niemanden zu wunder, dass Niwan so schnell Angst hatte, denn er wirkte eher freundlich, hilfsbereit, ja beinahe schon liebenswert, nicht so als wäre er ein harter Typ. Doch das war fast alles nur Fassade, denn innerlich war eigentlich alles andere als freundlich, er zog aus den meisten Situationen einfach seinen Vorteil. Nicht, dass ihm Gerechtigkeit und Fairness nicht wichtig war, doch das hatte nicht zwangsweise etwas mit Freundlichkeit und Höflichkeit zu tun. Wenn Niwan sich vollständig selbst aussuchen könnte, wie er war, dann würde er sich von Nolan nicht so einschüchtern lassen. Und wenn er wüsste, dass Nolan nicht vorhatte ihn zu verletzten, so hätte er sicherlich deutlich weniger Panik vor dem, was der andere nun als nächstes tun könnte. Denn wovor Niwan wirklich Angst hatte war zwar zum einen der Schmerz, doch hauptsächlich hatte er Angst davor sein Leben lassen zu müssen. 
Niwan bemerkte den kühlen Blick, was dafür sorgten, dass er Gänsehaut am ganzen Körper bekam. Er mochte es nicht, derartig von dem Typen angesehen zu werden. Es war so unberrechenbar, etwas was Niwan nicht mochte, ihm nur noch mehr Angst bereitete, denn so könnte wirklich alles passieren. Als Niwan die Falte in Gesicht sah von dem Fremden, blieb sein eigener Gesichtsausdruck eisern und unverändert. Denn er war sich keiner weiteren Schuld bewusst. Er hatte die Wahrheit gesagt. Von dem Geld des anderen hatte er nichts genommen. Nur widerwillig hatte er schließlich den Beutel mit dem Trockenfleisch rausgerückt. Am liebsten hätte er es sein gelassen, doch er sah, dass er keine andere Wahl hatte. Der Mann würde ihn sicherlich nicht einfach so gehen lassen, solange er sein Hab und Gut nicht wieder bekam. Für immer hier hängen wollte Niwan nicht. Genauso wenig, dass der Mann sich sonst einfach selbst das nahm, was Niwan versucht hatte zu stehlen. 
Niwan bemerkte wie sich in der Miene von Nolan etwas änderte. Er konnte nicht genau erkennen was es war, denn dafür war es viel zu kurz auf dem Gesicht des anderen zu erkennen, doch dieses Kühle war verschwunden, zumindest für einen Augenblick. Ungläubig nahm er den beutel zurück. "W-w-wirklich?", hauchte er leise. Sobald der Mann richtig realisiert hatte, was geschehen war, schlangen sich seine schmalen Finger um den Beutel, hielten sie ihn in einen eisernen Griff fest, aus Angst, man könne es ihm wieder wegnehmen. "D-danke.", brachte er leise, aber aufrichtig von sich. "Ich schulde dir was.", sagte er, wenn auch innerlich eher widerwillig. Aber er musste es anerkennen, dass der Typ ihm nicht getan hatte und ihm sogar sein Essen überließ. Dies war hier nicht die Norm und mit solche Menschen sollte er es sich nicht verscherzen. Denn er schien ein Herz zu haben... 

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Nolan
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Re: Dinnertime | Nolan & Niwan

von Nolan am 08.09.2024 14:59

Ungläubig große, hellblaue Augen blickten ihm entgegen, als er dem Dieb sein Essen überließ. Nolan wusste selbst, dass Großzügigkeiten, wie diese normalerweise nicht vorkam - es ärgerte den Söldner etwas, dass er seine eiserne Haltung nicht aufrechterhalten hatte, doch er musste sich eingestehen, dass er Mitleid mit dem jüngeren Mann hatte. Vermutlich war seine Mutter an all dem Schuld - sie hatte ihm Mitgefühl vermittelt, obwohl er dieses innerhalb einer Stadt wie San Valdura nun wirklich nicht gebrauchen konnte. Er schnaubte nur leise und wandte den Blick ab, während er leicht den Kopf schüttelte. "Deine Schuld brauche ich nicht, du tust mir einen Gefallen, indem du in Zukunft einfach die Finger von meinem Besitz lässt. Nochmal geb ich den jedenfalls nicht so einfach ab." Eine unterschwellige Warnung lag in der Stimme des Söldners, zwar hatte er sich die Gelegenheit verspielt, den jungen Mann einen richtigen Schrecken einzujagen, doch er wollte dennoch verhindern, dass der kleine Dieb auf dumme Gedanken kam. Niwan hielt den kleinen Beutel fest umklammert, er hatte wohl Angst, dass es sich Nolan anders überlegen könnte. Sicherlich hatte er lange nichts mehr zu essen bekommen. Nolan unterdrückte das Bedürfnis zu nachzufragen.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 08.09.2024 15:00.
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