sinners forged in the flame

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Flynn

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sinners forged in the flame

von Flynn am 11.08.2024 18:24

Sonne

cole & flynn


Die erbarmungslose Nachmittagssonne, die hoch am Himmel stand, kürzte den Schatten, den Flynn auf die staubige Straße warf und pigmentierte seine sowieso schon braun gebrannte Haut nur noch mehr. Es war höchste Zeit, dass er seine Tätigkeit als Tagelöhner wieder aufgriff - realistischerweise sollte dem Flynn, der dem Staat bekannt war, so langsam das Geld ausgehen. Mit einem tiefen Atemzug füllte er seine Lungen mit Tabakrauch - nur um selbigen kurz darauf in einer spielerisch aufsteigenden Wolke wieder auszuatmen. Der 27-Jährige hatte alles im Blick - war in voller Kontrolle und oh - es fühlte sich so gut an. Genauestens hatte er seine Ausgaben akribisch in sein Notizbuch eingetragen, notiert wie viel Geld die Person, für die das Gesetz ihn hielt, gerade zur Verfügung hatte. Flynn wusste genauestens, wo er selbst einkaufen durfte und wo er Bandenmitglieder schicken musste - welche Händler bestechlich waren (eigentlich alle) und welche im Staatsdienst standen. Wer gut mit dem Sheriff war und wer ihm gern eins auswischen würde. Und alle Daten, die er über die Zeit der vergangenen Monate und Jahre gesammelt hatten, verrieten ihm eines: Er hatte es bitter nötig, der Schmiede einen Besuch abzustatten. Cole war eine der wenigen Personen, über die Flynn vielleicht ein oder sogar zwei positive Worte zu verlieren hatte. Er konnte sich noch genau an den kleinen, abgemagerten Jungen erinnern, der ihm die Box mit den Spendeneinnahmen zurück in die verstauchte Hand gedrückt hatte. Seit jenem schicksalsschweren Tag waren sie beide ihren eigenen Weg gegangen - aber hatten irgendwie stets zurück zueinander gefunden. Auch wenn Cole kein besonders großer Fan der Crimson Eyes war - insbesondere von Flynns alter Ego - konnte er sich darauf verlassen, dass der grimmige Schmied ihn nicht vorschnell an das Gesetz verraten würde. Zumindest hatte er es bisher nicht getan - sicher war Flynn nie und dessen war er sich allzu gut bewusst.
Seine spitz zulaufenden Stiefel wirbelten Staub auf, der sich hartnäckig an seiner Jeans festklammerte. Dennoch war der Dreck hier an der Oberfläche nichts im Vergleich zu dem Gestank und Schmutz der dreckigen Suppe, die sich zwischen den unebenen Pflastersteinen der Unterwelt ansammelte. Jede seiner Exkursionen in das bessere und schönere Stadtviertel ließ ihn realisieren, in welchen Zuständen sie unten hausten und es machte ihn wütend. Die hohe Kuppel des Rathauses, der blendend weiße Kalkstein des Reichenviertels - wenn das Geld dafür da war, warum nicht für seine Leute? Warum nicht für das Elend, welches sich unter den Füßen der Schönen und Reichen abspielte? Abfällig spuckte er auf den staubigen Boden - direkt zu Füßen der im Sonnenlicht beinahe leuchtenden Celeste Statue. Schutzpatronin - dass ich nicht lache, dachte er. Alles, was Celeste und ihr Gestein uns jemals gebracht hat, sind Tod und Elend.
Die Straßen des Handwerkerviertels waren gut besucht - Flynn war erleichtert. In solchen Menschenmassen musste er sich keine Sorgen darum machen, dass irgendwer, der auf das minimale Kopfgeld seiner Person aus war, ihn aufspüren würde. Also schlenderte er in einem entspannten Gang auf das hölzerne Schild mit dem Amboss zu, welches über der Schmiede seines alten Bekannten baumelte. Der Geruch des Schmiedefeuers in seiner Nase kratzte unangenehm und erinnerte ihn an Szenen, die ihn des nachts heimsuchten. Dennoch hielt Flynn entschlossen weiter auf die Schmiede und das rhythmische Hämmern des Werkzeugs auf dem Amboss zu. Cole würde ihn nicht in die Nähe des Feuers zwingen. Es gab genug andere Dinge für den angeblichen Tagelöhner zu tun - das Feuer konnte er guten Gewissens dem ehemaligen Söldner überlassen.
Mit einem ausdruckslosen Blick in den dunklen Augen trat er in den warmen Innenraum und blinzelte ein paar Mal, um sich an den Lichtunterschied zu gewöhnen. Funken tanzten über der Esse und tauchten den ganzen Raum in ein warmes, aber tödlich gefährliches Licht. Wie immer herrschte ein gewisses geordnetes Chaos in der Schmiede und nach einer Weile entdeckte Flynn den breiten Rücken des Inhabers an seiner Zangensammlung. Mit einem wortlosen Seufzen ließ er sich auf einen Holzschemel fallen und wartete, dass ihm die Aufmerksamkeit des Mannes zuteil wurde.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 11.08.2024 18:24.

Cole

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Re: sinners forged in the flame

von Cole am 20.11.2024 12:51

Unter der schweren Lederschürze blähte sich eine durchtrainierte Brustpartie. Anspannung tanzte über Coles Nackenmuskulatur, entlang seiner Arme und dem hernieder preschenden Hammer. Ein Uhrwerk unbarmherziger Schläge, welches die Klinge des Metzgers schmälerte und - von der Spitze ausgehend – in die Form eines Beiles zwang. Womöglich würde dem nervenaufreibenden Grunzen aus dem Hinterhof schon bald ein Ende gesetzt werden? Seine Brauen schoben sich leicht zusammen und schufen eine engstirnige Falte. Eine Rinne, welchen der Schweiß auf seinem Weg über die Nasenspitze hinweg (und von dort aus in die Tiefe stürzend) zu nutzen wusste. Zischend landete er auf dem Amboss, mutierte zu Dampf und verklang in der knisternden Glut, als Cole seine Arbeit neu erhitzte.
Den kurzen Moment der Ruhe nutzend sah sich der durchweichte Schmied um, ergriff ein rußfahles Tuch und tupfte sich die Feuchtigkeit von der Haut – sowie die Anspannung von den Schultern. Nicht mehr lange, dann hätte er die schweißtreibende Arbeit hinter sich...konnte Ellie in die Werkstatt hohlen und sich ein Päuschen gönnen. Andächtig wandte er sein Haupt abermals zu den Flammen, schnippte den Lappen haarscharf an einem Schemel vorbei und nahm die Zange wieder auf.
Der Stahl glühte wie die Morgensonne. Und er wog schwer, als Cole ihn ohne lange zu zimpern, über die Kante in den Bottich hob. Wasserdampf, siedend heiße Blasen und eine Gänsehaut durchdrangen den Raum, sickerten bis in die hintersten Ecken der Schmiedewerkstatt.
Es war geschafft – auch wenn seine Schöpfung fauchte und wütete, wie ein Kleinkind am Badetag. Leise seufzend richtete sich der Dunkelhaarige zu voller Größe auf. Bald war es wieder soweit. Nur bereit dafür... das wäre er wohl nie.
„Sie wird bestimmt wieder den gesamten Wohnraum fluten" prophezeite er sich düster und verräumte sein Werkzeug. Den Hammer. Die Zangen.
Er wusste ein gutes Weilchen um den Besucher, bevor er ihn in der blankpolierten Klinge einer Axt erblickte. Den Schemel leise knirschend - und untermalt von einem stechenden Paar Augen - hörte, welches seinem Mundwinkel etwas dringlichst benötigte Arbeit versprachen.
Die mit Narben übersäte Hand tastete nach dem Lappen, verblieb erfolglos und missbrauchte letztlich den Hemdzipfel für eine Reinigung der soeben verwendeten Zange. „Gehen dir die Tabak-Taler zur Neige?"
Mit einem leisen Klicken setzte Cole das Instrument an seinen vorgesehenen Platz, machte auf dem Absatz kehrt und betrachtete den unweit entfernten Tagelöhner mit so etwas wie einem amüsierten Funkeln. Kein „Howdy" oder „Ach wie schön das du deinen knackigen Hintern auch mal wieder durch die Pforte schwingst." Dafür war er einfach nicht der Typ. Kurz und prägnant – meist mit einem leicht genervten Unterton – kommunizierte er seine Meinungen bevorzugt nonverbal.
Auch dieses Mal verschränkte der Schmied die Arme, lehnte sich zurück und machte sich ein eigenes Bild von dem Mann, welchem er einst über den Weg gestolpert war. „Scheinbar ist bei dir noch alles dran," lautete das mildere Fazit, gefolgt von einem schwunghaften Abstoßen seines Körpers. Dann stand er auch schon vor ihm, blinzelte auf den Anderen hinab und löste die stramm gebundene Schleife der Lederschürze. „Flynn."

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Re: sinners forged in the flame

von Flynn am 22.03.2025 14:31

Der Mann, dessen junges Gesicht durch die tiefen Augenringe und Sorgenfalten älter aussah, als es war, aschte seine Zigarette am Schemel ab, auf dem er saß. Das Holz knarzte leise - ein Geräusch was unter dem steten Hämmern untergegangen wäre, doch der Schmied hatte mittlerweile aufgehört. Flynn war sich sicher, dass sein guter Freund von seiner Anwesenheit gewusst, sobald er Fuß in die Werkstatt gesetzt hatte. Mit Sicherheit konnte er es aber nicht sagen - wie üblich wurde er erst einmal ein paar Minuten ignoriert bevor Cole sprach: "Gehen dir die Tabak-Taler zur Neige?" Die Mundwinkel des Phantoms zuckten kurz nach oben und er betrachtete die ausgedrückte Zigarette in seiner Hand. Das mochte der Schmied wohl meinen - schließlich war Flynn nicht für seine Abstinenz zum Tabak bekannt. Ganz im Gegenteil: Der Mann rauchte wie ein Schlot. "Sie scheinen sich förmlich in Rauch zu verwandeln," seufzte er also trocken und verlagerte sein Gewicht nach vorn. Dabei hatte der angebliche Tagelöhner stapelweise Tabak Taler im Versteck der Crimson Eyes herumliegen. Doch dem Auge des Gesetzes entkam niemand und er wollte sich auf keinen Fall verdächtig machen. Daher verdiente er alles, was er ausgab selbst. Alles andere wäre ja auch höchst verdächtig und würde sofort Fragen aufwerfen. "Cole," erwiderte er trocken auf die einsilbige Begrüßung des Schmiedes und erhob sich. "Wie geht es dem-" Er rümpfte kurz die Nase in Erinnerung an das lachende Bündel. "-Kind?"


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Re: sinners forged in the flame

von Cole am 13.04.2025 21:50

Brennende Glühwürmer – wie sein kleiner Fratz die Funken der Esse betitelte – waren unersättlich. Sie fraßen sich in alles, was sie zu fassen bekamen, und verwandelten es in ein Festmahl. Dabei war es egal, ob es sich um Holz, das steife Leder seiner Schürze oder gar menschliche Haut handelte ... überall hinterließen sie ihre Brandflecken. Schon kehrte die Falte zwischen seinen Brauen zurück. Er legte den Schmiedeschutz zusammen, platzierte ihn auf einer Werkbank und überzeugte seine Mundwinkel zu einem schemenhaften Lächeln. Es war an der Zeit, über eine Neuanschaffung nachzudenken. Später, wenn er die Münzen umgedreht und die Versorgung seiner Kleinen garantiert hatte.
Der goldene Blick huschte suchend über die Silhouette seines Freundes hinweg. Ob er nach Unstimmigkeiten in seinen Worten oder doch nur nach Zeugnissen möglicher Verletzungen Ausschau hielt, vermochte wohl keiner zu sagen. Doch letzten Endes freute er sich, den anderen wohlbehalten zu wissen, und zeigte dies durch direkten Augenkontakt.
„Sie hat noch alle Finger, obwohl der Hund vom alten Greg drauf und dran war, das zu ändern", brummte er ohne weiteres und klopfte dem anderen mit schwerer Hand gegen den Oberarm. Er hatte einen kräftigen Schlag drauf – ein wenig zu kräftig, erkundigte man sich bei seinem Schwager, der regelmäßig sein Gesicht vor Schmerz verzog. „Vermaledeiter Köter. Hätte ihm fast eine Kugel in den Schädel gejagt, wenn Stiefel nicht in den Kampf gesprungen wäre." Beide Arme verschränkten sich vor seiner Brust in wiederkehrendem Schweigen. Doch wer ihn kannte brauchte keine Worte um die unausgesprochene Frage, nach dem Wohlergehen des Anderen in erneute Musterungen zu verstehen.

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