Don't let the pressure break you - Tallulah & Elijah [Beendet]
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Re: Don't let the pressure break you - Tallulah & Elijah
von Tallulah am 10.08.2024 12:33Als Tallulah vor einigen Jahren das erste Mal an einer Ratsversammlung teilnehmen durfte, damals natürlich zu rein informatorischen Zwecken und ohne das ihre Meinung jemanden interessierte, hatte sie stets direkt hinter Isadora gesessen. So als müsste sie ihre Zugehörigkeit durch ihren Sitzplatz in ihrer Nähe unter Beweis stellen. Nicht, das jemand der anderen diese angezweifelt hätte, es galt immer ihren Standpunkt zu stützen, quasi zustimmende Meinungen hinter sich zu haben. Mit der Zeit jedoch wanderte Talli mit ihrem Platz fast durch den gesamten Raum. Nie zu nah an einem anderen Ratsmitglied dran, um keine Zugehörigkeit zu zeigen. Der Grund war allein, den perfekten Platz zu finden, um alle gleichzeitig im Blick zu haben. Denn, und das hatten die Jahre gezeigt, der Gesichtsausdruck war manchesmal aussagekräftiger als ihre Worte. Heute jedoch liefen beide bei den meisten auf das selbe hinaus, zumindest bei denjenigen, die sich auch in Worten gegen Elijahs Ansage richteten. Tallulah warf ihrer Mutter immer wieder aufmerksame Blicke zu, um bereits einschätzen zu können, ob sie sich später nach ihrer Meinung erkundigen würde. Was abhängig davon war, wie sie selber dazu stand. Inzwischen zählte die Meinung des Mädchen nicht ganz unerheblich. Doch umso heikler und damit wichtiger eine Sache war, umso weniger war dies der Fall. Erfahrung sprach man ihr nach wie vor ab. Nicht dass Talli mit etwas anderem rechnen würde. Respekt galt sich zu verdienen. Und so hatte auch sie währnd Elijah sein Anliegen vortrug, über seine Worte gesonnen und, wie alle andere, die Vor- und Nachteile abgewägt. Ehrlich gesagt war sie sogar wenig überrascht, dieser Handel trug unverkennbar den Namen Sinclair. Immerhin waren sie doch genauso hier her gekommen. Und genau das war auch der Grund warum sie nicht umher kam, eine gewisse Bewunderung zu empfinden, die inzwischen nicht mehr nur rein wirtschaftlicher Art war. Doch davon durfte niemand in diesem Raum erfahren, es würde ihr Ansehen schädigen, wenn jemand auf den Gedanken kam, was sie für Elijah empfinden könnte. Von daher ließ auch sie sich, wie immer, nichts anmerken, was sie dachte oder fühlte. Nur mit einem kurzen Kopfnicken gab sie ihrer Mutter also am Ende versammlung zu verstehen, dass sie nachkommen würde. Vieleicht dachte Isadora, sie würden dem jungen Mann den Kopf waschen wollen, vieleicht würde er auf eine frische Meinung eher hören. Egal was sie dachte, Vertrauen hatte sie unerschütterlich ins Talli und so verließ sie mit den anderen Ratsmitgliedern den Raum. Eine Augenblick, nicht mehr als einen Atemzug lang, sah sie ihnen hinterher mit einem Ausdruck auf dem Gesicht, den man nicht mal deuten konnte, wenn man sie kannte. Dann erhob sie sich und wandelte vollkommen lautlos zwischen den Stühlen zu dem Tisch an dem Elijah noch seine Unterlagen sortierte. Und, zunächste ebenso wortlos, blieb sie davor stehen, um ihn seine letzten Handgriffe in Ruhe erledigen zu lassen. Als ihm ein Blatt auf den Boden fiel, ging sie damenhaft in die Hocke, hob es auf und hielt es ihm hin. Ihr Blick nach wie vor nicht mehr als abwägend.

Don't let the pressure break you - Tallulah & Elijah [Beendet]
von Elijah am 10.08.2024 10:51Die ersten Sonnenstrahlen fielen durch die Glaskuppel des Versammlungsraums. Eigentlich hätten sie Elijah wärmen sollen, in San Valdura gab es kaum Tage, die nicht von drückender Wärme gezeichnet waren. Trotzdem hatte er mit Kälte zu kämpfen, welche ihm in Form eines Blickes, beinahe zu durchbohren schien - Natürlich war hierbei die Rede von Isadoras Caldwells berüchtigten blauen Augen, die ihm bereits seit Beginn der Versammlung nicht losgelassen hatten. Ephraim Sinclair übertrug seinen Nachkommen mehr und mehr Verantwortung, darunter zählte auch die heutige Versammlung, in welcher Elijah die Aufgabe zuteilwurde, eine prekäre Nachricht zu überbringen. Die Information hatte dafür gesorgt, dass nun alle Augenpaare des Saals auf ihm ruhten. Natürlich waren die anderen Stadträtlern alles andere als erfreut - wer wäre das schon, wenn einer aus ihren Reihen, hinterrücks den Vertrag eines Geschäftspartners, von jenseits des Meeres unterzeichnete?
Lass dich nicht von ihrem Auftreten einschüchtern. Klangen die Worte seines Vaters in Elijahs Kopf. Sie sind wie Geier, die seit Tagen keinen Aaß mehr gefunden haben. Sie werden sich auf deine Schwäche stürzen, also darfst du keine zeigen. Unter keinen Umständen. Der junge Mann hob leicht das Kinn, straffte unmerklich die Schultern und hielt den Blick der älteren Frau stand. "Dieser Vertrag wurde ohne unser Wissen ausgehandelt." Victor Sterling hatte den Kopf auf die zusammengefalteten Hände gestützt, er wirkte wie ein Wolf, der seine Beute langsam umkreiste. Wenn ihm Isadoras Blick frösteln ließ, brannte er unter Victors Augen. Auch wenn jede Faser seines Körpers aufs äußerste gespannt war, klang Elijahs Stimme klar und fest durch den Raum. "Das wurde er." Diese Tatsache war schließlich nicht zu leugnen. Er wandte seine eigenen blassblauen Augen nun den gold Jakal zu. "Mr. Copperfield steht bereits seit langen mit meinem Vater im Kontakt, er ist nicht nur ein Geschäftspartner, sondern auch ein guter Freund. Deswegen hielt es mein Vater nicht vonnöten, euch vor Unterzeichnung zu informieren. Es ist ein Geschäft auf Vertrauenbasis." "Ein unsicheres Geschäft auf Kosten unserer Finanzen", die Stimme des Chief Sheriffs war tief und dunkel. "San Valdura und vor allem die Stadtkasse gehört nicht euch Sinclair, benötigt ihr diesbezüglich eine Erinnerung?" Ein dünnes, höfliches Lächeln umspielte die Mundwinkel des jungen Mannes, als er sich Boone Hawthorne zu wandte. "Wenn ihr mich bitte aussprechen lassen würdet", seine Stimme hatte etwas Spitzes, die Gereiztheit konnte er nicht vollständig verbergen, "hätte ich euch bereits mitgeteilt, dass mein Vater die Güter hauptsächlich aus eigener Kasse finanzieren wird. Er bittet lediglich um eine kleine Mitgift - ich möchte daran erinnern, dass diese Fracht uns allen, San Valdura, zu Gunsten kommen wird." Aus der hinteren Ecke erklang ein kurzes, abfälliges Schnauben seitens Everton - doch er äußerte sich nicht weiter. Stattdessen erhob Fiona Vance das Wort, ihre Stimme weich und sanft, wie eh und je. "Wenn Ephraim Sinclair meint, eine solche Lieferung aus eigener Tasche zu bezahlen, werde ich ihm nicht davon abhalten. Eine kleine Mitgift bezahle ich, der Vorteil, den unsere Stadt durch eine Lieferung dieses Ausmaßes zieht, ist schließlich nicht zu leugnen. Euch muss jedoch bewusst sein Sinclair." Da war dieses Lächeln auf ihren Lippen, welches Elijah ab und an eher an ein Raubtier erinnerte, als an eine gütige Gläubige. "Das für den Transport der Waren ganz allein ihr zuständig sein werdet." Die Priesterin warf Boone Hawthorne einen vielsagenden Blick zu. "Meine Leute sind ohnehin zu beschäftigt", der Sheriff brauchte keine Sekunde, um sich einzuhaken. "Für den Transport, werdet ihr euch also irgendwie eigene Fachkräfte suchen müssen."
Als die Versammlung endete, war es als würde Elijah ein Stein vom Herzen fallen. Kurz blickte er den anderen Stadträtlern nach, die bereits zielstrebig das Ratshaus verließen - ein tiefes Seufzen konnte er nicht mehr zurückhalten. Der junge Mann schob sich in einer hastigen Bewegung eine der hellen, langen Locken hinter sein Ohr, während er noch in Eile seine Unterlagen sortierte. Dass jemand mit ihm im Versammlungsraum geblieben war, fiel ihm nicht direkt auf. Erst als versehentlich eine der Seiten fallen ließ und sich danach bückte, blickte er auf.






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