old scars that still burn

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Flynn

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Re: old scars that still burn

von Flynn am 09.09.2024 22:08

Kurz huschte ein härterer Ausdruck über das Gesicht seines Gegenübers und Flynn war froh, die Beleidigung - denn das war es ja indirekt - zurückgenommen zu haben. Nie wieder wollte er die wutverzerrte Fratze auf Nolans Gesicht erblicken, die ihn damals dazu bewegt hatte, die Faust in seinem Gesicht zu vergraben. Einen Tag, den er wohl niemand vergessen würde. Nur wenige Stunden hatten tiefe Furchen in seinem Innersten hinterlassen, hatten ihn so lange Zeit geprägt. Er hatte alles verloren - und alles, was er heute hatte gewonnen. Gleichzeitig rief ihm die Erinnerung ins Gedächtnis, dass ihre Existenz auf einer Messerspitze balanciert wurde - die jederzeit kippen konnte. Zum Beispiel durch einen übereifrigen Marshal.
Auch Flynn nahm sich eine der mitgenommenen Kippen und zündete sie mit einem angelaufenen Metallfeuerzeug an. Eine dicke Rauchwolke stieg zwischen seinen Lippen an die Decke des klapprigen Hauses empor und verlor sich dort im Halbdunkeln. Die Neuigkeiten zerrten an keinem Muskeln in seinem Gesicht - wortlos kritzelte er unordentliche Worte auf das trockene Papier. Die Fähigkeit zu Lesen und Schreiben war etwas, was ihn von der Menge in der Unterwelt abhob - meistens achtete er darauf, dass nicht viele mitbekamen, dass er diese Fähigkeiten besaß. Zeitungen austragen, Nachrichten im Bordell überbringen - mit der Zeit hatte der kleine Junge, der er einst war angefangen, die seltsamen Zeichen auf dem Papier zu entziffern. Sobald seine Besitzer das mitbekommen hatten, wussten sie natürlich auch das auszunutzen. 
Ein übereifriger Marshal also - nichts ungewohntes, aber trotzdem etwas, weswegen sie auf der Hut sein sollten. Er würde die nächsten Wochen die Rotationen zwischen Diensten verdoppeln - niemand durfte bei etwas zweimal gesehen werden. Sie mussten zu einer gesichtlosen, namenlosen Masse unter dem roten Auge werden. Außerdem musste er Ausschau halten lassen - normalerweise waren undercover Pigs immer wie eine Rose in der Wüste - sie stachen direkt heraus. Aber man konnte nicht vorsichtig genug sein. "Wolf also," murmelte er leise und ließ den Stift sinken, um einen weiteren Zug von dem brennenden Tabak zu nehmen. "Mal sehen ob er es schafft den Schall und Rauch unseres Phantoms ins Gebiss zu bekommen." Die Worte waren leise gesprochen - mehr zu sich selbst als zu Nolan. 
"Und - was sind die guten Neuigkeiten?" Wenn so etwas überhaupt existierte - wirklich gute Dinge gab es für Flynn nur selten im Leben. Möglichkeiten, Gelegenheiten - aber es waren alles nur Mittel zum Zweck. Dinge, die ihnen einige weitere Wochen im Wettrennen gegen die Zeit sicherten. Und vor allem wenn dieser Marshal jetzt sein Unwesen trieb mussten sie vorsichtig sein - jede Gelegenheit genauestens überprüfen. War es ein Köder? Oder fette Beute? Mittlerweile traute Flynn den Schweinen von Gesetzeshütern alles zu.

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Nolan
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Re: old scars that still burn

von Nolan am 09.09.2024 15:53

Der unüberhörbare Vorwurf in Flynns Stimme sorgte dafür, dass sich Nolans Lippen zu einer harten Linie verformten - ein unzufriedener Ausdruck trat auf sein Gesicht. Natürlich war es nur eine Frage der Zeit gewesen, bis es zu Anschuldigungen kam, dennoch stachen die Worte - vielleicht, weil sie auf gewisse Weise wahr waren. Nolan nannte die Slums des Untergrunds nicht mehr seine Heimat, er war besseren Speis und Trank gewohnt. Sollte er Reue dafür zeigen, dass er jetzt ein besseres Leben führte? Nolan hasste es, dass Flynns Vorwürfe Wirkung zeigten, wenn auch nicht genug, um es auf dem Pokerface des Söldners abzulesen. Bevor er allerdings etwas erwidern konnte, hatte das Phantom bereits abgewunken und bot ihm stattdessen eine Zigarette an. Der Söldner besann sich, dass es besser war zu schweigen, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, welches immer wieder zwischen ihnen zu entfachen schien. Stumm beugte er sich also vor, um zuzugreifen und anschließend ein Feuerzeug aus der Tasche zu ziehen, um den Glimmstängel zum Glühen zu bringen. Warmer Rauch füllte seine Lungen, als Nolan sich wieder im Stuhl zurücklehnte. Die direkte Reaktion nahm der Söldner nur mit einem Nicken zur Kenntnis, er hatte mit der Antwort bereits gerechnet. Flynn war vorsichtiger geworden und natürlich kannte Nolan den Grund. Tiefrote, gierig lodernde Flammen suchten ihn in manchen Albträumen noch immer heim - und die Schreie. Die Schreie jener, die sie eigentlich hatten befreien wollen. Die Erinnerungen, die ihn unwillkürlich heimsuchten, trieben einen schrecklich bitteren Geschmack auf seine Zunge, sodass der dunkelhaarige Mann einen weiteren tiefen Zug nahm, um ihn zu vertreiben. "Es geht das Gerücht um, dass es einen Marshal gibt, der den Untergrund wieder in die Gewalt der Behörde bringen will", offenbarte er schließlich dem Phantom. Eigentlich galt der Untergrund für die Bewohner der Oberwelt schon lange als verloren. Beinahe seit der Entstehung hatte die Behörde die Unterwelt ihrem Schicksal überlassen - bis auf die Minen, die stets bewacht wurden, waren Patrouillen der Gesetzeshüter selten, sie sollten sich auf die Oberwelt fokussieren, denn dessen Schutz stand schließlich an erster Stelle. Nolan konnte sich ein verächtliches Schnauben nicht verkneifen, natürlich gehörte er nicht länger zu den Crimson Eyes, doch seine Einstellung gegenüber der Behörde hatte sich nie geändert. "Wolf nennen sie ihm scheinbar. Scheint verdammt verbissen zu sein oder so erzählt man sich zumindest." Graue Rauchschwaden stiegen in die Luft, als Nolan ausatmete, die blaugrauen Augen blieben auf dem Gesicht seines ehemaligen Freunds gerichtet.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 09.09.2024 15:55.

Flynn

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Re: old scars that still burn

von Flynn am 08.09.2024 22:20

Für den Bruchteil einer Sekunde zuckte Flynns Mundwinkel nach oben als Nolan das Rattlesnake Inn als Rattenloch bezeichnete - eine Zuschreibung, die er nicht verneinen konnte. Dennoch war es wohl das einzige Gasthaus seiner Art, welches sich hier unten gehalten hatte. Nolan war die bittere Suppe, die sie hier unten servierten wohl nicht mehr gewohnt - er verkehrte jetzt sicher in höheren Gasthäusern. Ein Gedanke, der Galle in Flynns Kehle trieb. "Der feine Herr ist jetzt wohl besseres gewohnt?", spottete er. Die Worte waren als Frage gestellt - es klang aber wie ein unüberhörbarer Vorwurf. Ohne es zu wollen, drängten sich Bilder in den Verstand des Phantoms - Nolan, wie er mit Anzugträgern am Tisch saß, über ihre trockenen Witze lachte, das Geld entgegennahm, welches über den Tisch geschoben wurde. Der Söldner wusste mehr über ihn, als Flynn lieb war - er war momentan eine seiner einzigen Schwächen. Was würde passieren, wenn ihm Geld wichtiger werden würde, als ihre Freundschaft - oder was davon übrig war? Würde er das unausgesprochene Wort an jemand anderen tragen? Ein Sheriff, ein Deputy - oder vielleicht dieser hochnäsige Marshal aus der Elite von dem Flynn bereits gehört hatte? Nein, Flynn musste dafür sorgen, dass für Nolan auch etwas drin war. Sie brauchten sich gegenseitig, mussten das zerbrechliche Gleichgewicht zwischen ihnen irgendwie wahren. Er schüttelte den Kopf, versuchte damit seine schnell gesprochenen Worte von eben wieder abzuwinken, und holte eine zerknitterte Papiertaschung aus seiner Hosentasche, um Nolan eine Zigarette anzubieten.
"Die Schlechten," antwortete das Phantom unverblümt. Mögliche Gefahren standen für ihn immer an erster Stelle - er musste die Crimson Eyes vor jeglichen Komplotten schützen, die die Oberwelt gegen sie plante.  Ob es Raids waren oder jemand von den Snobs dort oben Wind von einem Hideout bekommen hatte, Sicherheit war Flynns oberste Priorität. Um die guten Sachen konnte man sich kümmern, wenn man überlebte. 

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Nolan
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Re: old scars that still burn

von Nolan am 08.09.2024 15:42

Unwillkürlich folgten die blaugrauen Augen des Söldners der Bewegung, als sich Flynn an die Brust griff - dort, wo das allererste karmesinrote Auge auf gebräunter Haut gezeichnet war. Nolan erinnerte sich daran, als es gestochen worden war. Menschen, die er vor einigen Jahren noch als Familie bezeichnet hätte, trugen jenes Tattoo unter der Haut und dennoch hatte die Nadel ihn selbst nie berührt. Der Söldner fragte sich, wie es wohl wäre, wenn ihm die rote Tinte zeichnen würde - ob er noch am Leben wäre, wenn er sich damals dafür entschieden hätte, das Erkennungsmerkmal der Crimson Eyes anzunehmen. "Verstehe", erwiderte er knapp auf die Erklärung des Phantoms, "Meinetwegen müssen wir dieses Rattenloch nie wieder betreten." Es war nicht nur der schlechte Whiskey, der Nolan störte, sondern vor allem die Erinnerungen, die schon so lange zurücklagen und dennoch immer wieder schmerzliche Schuldgefühle hervorriefen. Flynns Anwesenheit machten die Umstände dabei nicht sonderlich besser. 
Sein ehemaliger Vertrauter kam gleich zum wesentlichen, nichts, wogegen Nolan etwas einzuwenden hatte. Ihre Vergangenheit totzuschweigen lag ganz in seinem Sinne - sonderlich geschickt mit Worten war der Söldner immerhin nie gewesen, es sei denn es ging darum, Drohungen auszusprechen. Die blaugrauen Augen richteten sich auf das schwarze Notizbuch, ehe er das Wort erhob. "Es gibt da einige Gerüchte, die dich interessieren könnten", antwortete er schließlich bedacht, "möchtest du die guten, oder die schlechten zuerst?" 

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Flynn

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Re: old scars that still burn

von Flynn am 02.09.2024 20:46

Kurz ruhte Flynns Blick auf den beiden Smith & Wesson's - Waffen die sowohl schon gegen seine Feinde als auch gegen ihn gerichtet gewesen waren. Hoffentlich würde es niemals wieder dazu kommen. Einmal in den endlosen Schlund des Revolverlaufs zu starren war ihm genug gewesen. Auf die Nachfrage reagierte er nur mit einem Augenverdrehen. "Ich hätte nicht gedacht, dass sie so nachtragend sind. Wenn wir nicht sowieso nach jedem Treffen den Standort wechseln würden, würde ich es spätestens jetzt vorschlagen," erwiderte er mürrisch und griff sich unterbewusst an die Brust - die Stelle an der die rote Tinte unter seiner Haut ruhte. "Er scheint wohl irgendwie Wind von meinem besonderen Tattoo bekommen zu haben."
Das Phantom strich sich schief geschnittene schwarze Haare aus der Stirn und holte das kleine, schwarze Notizbuch aus seiner Innentasche. "Also - was gibt es zu berichten?", fragte er ohne eine Sekunde auf die unangenehme Spannung zwischen den beiden zu verschwenden. Es gab nichts, worüber sie reden mussten außer geschäfliches. So froh, wie Flynn war, Nolan wieder auf "seiner" Seite zu haben - jedes Mal wenn sich das Thema auch nur im Ansatz an ihre gemeinsame Vergangenheit annäherte, verhärteten sich die Fronten. Das blaue Auge, welches Nolan ihm damals verpasst hatte, würde er nicht so schnell vergessen - genau so wie die rasende Wut, die in seinem Magen rumort hatte. Noch immer konnte er nicht verstehen, warum Nolan sich von den Crimson Eyes trennen wollte - gerade nach dem was geschehen war, mussten sie zusammenhalten. 
Demnach wurde das Thema momentan totgeschwiegen - keiner von beiden wollte eine weitere Schlägerei provozieren.

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Nolan
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Re: old scars that still burn

von Nolan am 22.08.2024 15:13

Als sich die Eingangspforte des Saloons öffnete, richtete sich Nolans Blick unweigerlich auf die eintretende Gestalt. Er erkannte Flynn sofort und auch dem Barkeeper schien das Gesicht bekannt vorzukommen. Hastig stolpernd flüchtete er durch die Hintertür - eine Reaktion, die auch die Aufmerksamkeit der wenigen anderen Besucher auf sich zog. Während die Meisten scheu den Blick des Neuankömmlings auswichen, breitete sich zwischen anderen Grüppchen misstrauisches Getuschel aus. Die Brauen des Söldners hoben sich leicht, während er dem kleinen Mann nach sah, schließlich richteten sich die blaugrauen Augen aber wieder auf den Boss der Crimson Eyes. Soviel zu Subtil. Das hier können wir dann wohl von unserer Treffpunkt-Liste streichen. Kein großer Verlust - dem Whiskey würde der Söldner zumindest nicht nachtrauern.
Eine Weile verharrte Flynn noch an der Bar, es dauerte kurz, bis er ihm in der Menge entdeckte - oder er hatte ihm schon beim Eintreten bemerkt und ließ sich absichtlich Zeit. Ganz genau konnte das Nolan nicht sagen. Mit schweren Schritten trat der jüngere Mann schließlich auf ihm zu, die hölzernen Dielen knarzten unter den ledernen Stiefeln. Der berechnende Blick des anderen legte sich schwer auf ihm, mit den Vertrauen von damals hatte die Art, mit der ihn Flynn musterte schon lange nichts mehr gemein.
Langsam, fast hätte Nolan es als Vorsichtig beschrieben, löste der andere seine Pistole - die Geste veranlasste Nolan dazu, seine Augen von dem halbgefüllten Whiskeyglas auf die Waffe zu richten.
Für eine kurze Weile strich der Blick des Söldners über die Kratzer und Einkerbungen des kühlen Metalls - Spuren, die der jahrelange Gebrauch hinterlassen hatte. In einer langsamen, aber bestimmten Bewegung griff er schließlich nach seinen eigenen Revolvern, um sie mit einem dumpfen Ton neben den Remingten abzulegen. Bedächtig lehnte sich Nolan in seinen Stuhl zurück, eine Weile blieb sein Blick noch auf die niedergestreckten Waffen gerichtet, bevor er Flynn das erste Mal direkt ansah und die Stille durchbrach. "Hat dich wohl auf dem falschen Fuß erwischt?" Den Kopf neigte er leicht Richtung Bar, dorthin, wo eben noch der Barkeeper seiner Arbeit nachgegangen war.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 22.08.2024 15:58.

Flynn

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Re: old scars that still burn

von Flynn am 20.08.2024 23:24

Feuer Icon
Flynn & Nolan

Flynn war eine bekannte Persönlichkeit im Rattlesnake Inn - dabei war er nicht einmal wirklich oft dort. Ganz anders als die Männer, die jeden Abend in Alkoholschwaden über der Theke hingen oder die Ladies, die jeden Abend einen anderen Gentleman in diesem wirklich außerordentlich edlen Etablissement ansprachen. Dennoch wusste das Phantom, dass der pickelige Barkeeper hinter der Bar sofort zu seinem Boss rennen würde, wenn er die Flügeltüren des Inns öffnen würde. Nachdem der Whiskey mit ihm durchgegangen war, hatte er den breitschultrigen Mann am Kragen gepackt und eine leichtfertige Drohung ausgesprochen, die er mittlerweile zu gern zurücknehmen würde. Jetzt konnte er sich nämlich denken, dass Flynn rote Tinte unter seine Haut gestochen hatte.
Seufzend aschte der sonst so kalkulierende junge Mann seine Zigarette ab und betrat die Holzdielen der Veranda, die unter seinen ledernen Stiefeln knarzten. Es war eine gute Weile her gewesen, seit er Nolan das letzte Mal gesehen hatte. Die Luft war angespannt zwischen ihnen gewesen. Nicht umsonst hatte er diesmal einen deutlich öffentlicheren Treffpunkt gewählt - hier würde sie jemand auseinanderzerren, falls die Provokationen doch Überhand gewinnen sollten. Die Gespräche mit seinem ehemaligen Vertrauten glichen nun vielmehr einem Balanceakt aus Provokation und Beschwichtigung. Nolan war der einzige Außenstehende, der kein tiefrotes Tattoo mit sich trug, der sich zusammenreimen konnte, wer hinter der Maske des Phantoms steckte. Und so gerne und oft Flynn dieses Wissen doch verdrängt, so kalt hatte die Angst vor dem, zu dem Nolan in der Lage war, sein Herz doch im Griff. 
Der angebliche Tagelöhner klopfte sich den Staub der Straße von den Fingern und öffnete die Türen zu dem Saloon schwungvoll. Prompt glitt sein scharfer Blick zur Bar - und tatsächlich. Der picklige Junge ließ den Whiskey, den er soeben gegossen hatte einfach so auf dem Tresen stehen und hopste hastig durch die Hintertür. Flynn rollte mit den Augen und stolzierte langsam an die Bar, um sich den soeben gegossenen Drink in den Rachen zu kippen. Vielleicht war das Rattlesnake Inn keine gute Idee gewesen - nach dieser Aktion von dem Barkeep konnte er unauffällig vergessen. Mit einem missmutigen Gesichtsausdruck ließ er das leere Glas stehen und lehnte sich für einige Sekunden an die Bar, um Nolan in der Menge ausfindig zu machen. Einige Sekunden gönnte er sich noch an der Bar - ein undurchdringliches Pokerface auf sein Gesicht gesetzt - bis er in langsamen, schweren Schritten zu dem Söldner mit dem Titel "Gunslinger" hinübertrottete und sich neben ihm auf einem der Stühle niederließ. Flynn schenkte dem anderen einen kalkulierenden Blick, ehe er langsam seine Militärspistole aus dem Holster zog und schwer auf dem Tisch ablegte - ein Friedensbeweis. Er hatte nicht die Absicht, dem Söldner etwas zu tun, solange dieser seine Zunge im Zaum hielt.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 20.08.2024 23:33.

Nolan
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old scars that still burn

von Nolan am 19.08.2024 22:30

Flynn & Nolan


Der Geruch von schlechtem Alkohol und Staub ließ Nolan die Nase rümpfen, als er in einer der hintersten Ecken Platz nahm, hier wo ihm das spärliche Licht kaum erreichte. Mit jedem seiner mittlerweile seltenen Besuchen, erschien der Saloon schäbiger zu werden und dennoch erweckte der Anblick des Rattlesnake Inn jedes Mal Erinnerungen, die ihm dazu verleiteten sich an einen der abgeranzten, hölzernen Tische niederzulassen. Skeptisch betrachtete er den Whiskey, den er bereits frisch von der Bar abgegriffen hatte - war er mittlerweile zu sehr an den Alkohol der Oberwelt gewöhnt? Leugnen ließ sich jedenfalls nicht, das der säuerliche Geruch der Spirituose ihm nicht gerade zum Trinken einlud - dennoch führte Nolan das Glas schließlich an seine Lippen. Der Alkohol schmeckte genauso scheußlich wie erwartet, aber der Söldner brauchte zumindest ein paar Schlucke, sei es nur für die Wirkung. Irgendwie musste er immerhin die Anspannung loswerden, die ihm mittlerweile eigentlich bekannt sein sollte.
Ein Treffen mit Flynn stand stets auf Messers Schneide - jedes falsche Wort könnte die Stimmung zum Kippen bringen. Gekippt -als wäre sie das nicht bereits. Der Söldner fuhr sich seufzend durch das mittellange, schwarze Haar welchem sein Barbier für die wenigen Taler, die er ausgehandelt hatte, einen schiefen Schnitt verpasst hatte. Das Verhältnis zwischen ihnen war unterkühlt, um es vorsichtig auszudrücken. Ein Außenstehender, der die Identität des Scarlet Phantom kannte, war gefährlich. Denn für Nolan war klar, wer hinter den roten Hut steckte - das war Flynn bewusst, dem war er sich ganz sicher. Dennoch sprach niemand von ihnen darüber, Nolan wusste nicht, warum - vielleicht hoffte Flynn genauso wie er, das so lange keiner von beiden ein Wort verlor, sie das Offensichtliche ignorieren konnten. Zumindest darin schienen sie ganz gut zu sein.
Trotz allem - trotz der Geschehnisse der Vergangenheit - hatten sie irgendwie wieder zueinander gefunden, sei es nur aufgrund des stumpfen Informationsaustausches der einzig und allein dem gegenseitigen Nutzen diente. So oder so ähnlich redete es sich Nolan zumindest ein. Alte Erinnerungen spielten keine Rolle.

Antworten Zuletzt bearbeitet am 19.08.2024 22:30.

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