Neue Lande, fremde Biester
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Neue Lande, fremde Biester
from Nolan on 08/13/2024 05:15 PM
Kenda & Nolan
Es hatte ein bisschen gedauert, bis Nolan sich dazu entschieden hatte den Auftrag anzunehmen. Die Bezahlung fiel nicht gerade großzügig aus, seine Klientin war erst vor kurzem nach San Valdura gekommen, wie der Söldner dank ein paar seiner Kontakte herausgefunden hatte. Er mochte es nicht, wenn er seine Kunden nicht richtig einschätzen konnte und die stille Frau, mit den dunkelbraunen Haaren hatte zu jenen gezählt, die nicht viel über sich preisgaben. Trotz der Umstände gab es bereits ein kleines Problemchen, mit dem sich die Rancherin herumschlagen musste.
Ein Rudel Dichisk, schien sich wohl irgendwie in das karge Land fernab der Wüste verlaufen zu haben, nichts Ungewöhnliches, doch das sie sich so nah an die Stadt heran trauten, hatte Nolan im ersten Moment stutzig gemacht. Möglicherweise handelte es sich um sehr junge Exemplare? Doch was wusste er schon. Der großgewachsene Mann war kein Jäger, der sich mit den Verhaltensmustern der Tiere auskannte, sondern nur hier, um den widerspenstigen Echsen den Gar auszumachen. Dafür hatte er sich sowohl mit seinen beiden Smith & Wessons und seinem Messer, als auch mit seiner Sharps Rifle ausgerüstet. Man konnte schließlich nie wissen - wenn er Glück hatte, würde er die Viecher bereits aus der Ferne ausschalten, ohne das Risiko von Bissen oder Kratzern einzugehen, denn wenn Dichisk eins hatten, dann waren es messerscharfe Zähne.
Das Rudel schien die Morgenstunden auszunutzen, um die frisch eröffnete Farm heimzusuchen, dementsprechend war es noch dunkel, als Nolan sich in den Sattel seiner Stute schwang und der Straße Richtung Farmland folgte, welches unterhalb des Plateaus lagen. Von dem, was ihm zu Ohren kam, ging Isadora Caldwell sehr zimperlich mit der Vergabe ihrer Länder vor - seine Kundin schien also zumindest ein paar Verhandlungskünste zu besitzen, Nolan hoffte nur, dass sie nach getaner Arbeit nicht versuchen würde am Preis zu feilschen, denn das konnte der Söldner gar nicht leiden. Die Scharniere des Schildes, welches ihm an Eingang begrüßte, gaben ein leises Quietschen von sich, als es von einer Windböe erfasst wurde. "𝒟𝒶𝓀ℴ𝓉𝒶 ℳℯ𝒶𝒹ℴ𝓌𝓈" konnte Nolan mit zusammengekniffenen Augen entziffern, hier war er also richtig. Nachdem er Spark an einen der Zäune festgemacht hatte, schritt er auf die Tür zu, um dreimal zu klopfen - ganz so, wie sie es ausgemacht hatten. Kurz strich die Fingerkuppen Nolans noch einmal über seinen rechten Revolver. Man konnte immerhin nie wissen, welche Überraschungen dieses Land für einen Mann wie ihm bereithielt. Der Söldner bevorzugte Vorsicht, statt Nachsicht.
Re: Neue Lande, fremde Biester
from Kenda on 08/14/2024 02:09 PMDie ersten Tage in der neuen Heimat waren schwer gewesen. Nicht nur, dass Kenda noch einiges an Ressourcen organisieren musste - obwohl sie noch von der Reise eine ausreichende Menge mitgebracht hatte - und die Farm auf Vordermann bringen musste, ausgerechnet hier treiben sich nun auch einige dieser nervigen Echsen herum. Die Tiere der jungen Frau waren schon seit ihrer Ankunft hier sehr unruhig gewesen. Nun wusste sie auch endlich den Grund dafür. Doch davon abschrecken ließ sich die Pferdezüchterin nicht. Zu sehr hatte sie sich die Möglichkeit erarbeitet, hier ihre Ranch zu bauen. Ein paar dieser Dichisk sollten ihr jetzt nicht alles kaputt machen. Doch alleine würde sie mit einem Rudel dieser Viecher wohl nicht fertig werden. Also blieb ihr nichts anderes übrig, als einen Söldner zu beauftragen, sich darum zu kümmern.
Schon früh war die Rancherin wach. Noch vor Sonnenaufgang ging sie in den Stall, um nach dem Rechten zu sehen. Noch fiel ihr nichts ungewöhnliches auf, doch die Pferde waren wie immer etwas unruhig. Auch Mae, ihre Schäferhündin, welche im Stall bei den Pferden schlief, war immer auf Alarmbereitschaft. Es verging nicht viel Zeit, als Kenda das Klopfen an der Tür vernahm. Dreimal, wie vereinbart. Duke sprang sofort auf und stellte sich mit einem warnenden Bellen an die Tür. Ich griff mir meinen Dolch vom Tisch. Ich kannte das Zeichen, dennoch vertraute sie niemandem einfach so. Mit leisen Schritten ging die braunhaarige zur Tür. Duke stellte sich direkt neben die junge Frau, um im Notfall eingreifen zu können. Dann öffnete Kenda die Tür einen spalt und sah hinaus. Ein großgebauter Mann stand vor ihrem Haus. Weitaus größer, als sie selbst. Doch davon ließ sich die Frau mit den Gesichttattoos sicher nicht einschüchtern. Der schwarz-weiße Border Collie gab ein leises Knurren von sich und musterte den Mann. Und tatsächlich beruhigte sich der Hund schnell wieder, wodurch auch Kenda etwas entspannte. Die Tür öffnete sich noch ein kleines Stück mehr. Der Kopf der Rancherin neigte sich zu einem begrüßenden Nicken. Der Griff um ihren Dolch, hinter der Tür versteckt, lockerte sich jedoch noch nicht.
Re: Neue Lande, fremde Biester
from Nolan on 08/16/2024 04:48 PMLeise quietschend, begleitet von einem alarmierten Bellen, öffnete sich die hölzerne Tür, jedoch nur einen Spalt, sodass Nolan nur einen Teil des Gesichts seiner Kundin ausmachen konnte. Das warme Licht, das aus dem inneren des Raumes flutete, umrahmte ihre Silhouette. Braune Augen musterten ihm, anhand der angespannten Körperhaltung Kendas konnte der groß gewachsene Mann erkennen, das sein Misstrauen wohl erwidert wurde. Gut so, alles andere wäre Naiv gewesen. "Ich komme wegen des Auftrags", erhob Nolan schließlich das Wort, nachdem er das begrüßende Kopfnicken erwidert hatte. Seine Hände hatten sich von den Griffen der Revolver entfernt, stattdessen verschränkte er die Arme vor der Brust, während sich die Tür langsam weiter öffnete und nun auch einen Blick auf die Gestalt des Kleffers freigab. "Also, willst du mir zeigen, wo sich die Viecher meist rumtreiben?" Fragte die Schweigsame Frau. Anders konnte er immerhin schlecht seine Arbeit verrichten. "Ich vermute, sie haben es auf die Ställe abgesehen, nicht?" Zu einer solchen Vermutung konnte auch Nolan, mit seinen beschränkten Wissen über die Dichisk kommen. Die Echsen hatten es wohl auf die Pferde abgesehen - einfache Beute, die zudem praktischerweise noch gefangen war, so oder so ähnlich mussten die Tiere wohl denken. Kurz warf der Söldner einen Blick gen Himmel. Vor Morgengrauen blieb noch etwas Zeit, sie könnten sich also in aller Ruhe auf die Lauer legen.
Re: Neue Lande, fremde Biester
from Kenda on 08/19/2024 08:42 PMDer große Mann stellte sich als Söldner herraus, welcher den Auftrag der Rancherin in anspruch nehmen wollte. Das kam Kenda sehr gelegen. Seit sie den Auftrag erstellt hatte, war es sogar etwas schlimmer mit den Viechern geworden. Eins ihrer Fohlen musste schon dran glauben. "Sehr gut." murmelte die Braunhaarige, innerlich erleichtert, jedoch ohne sich etwas anmerken zu lassen. Den Worten des Söldners folgend, wendete sich Kenda ab und schnappte sich ihren Mantel und ihren Hut von einem kleinen Hacken neben der Tür zu nehmen. "Richtig." gab sie kurz wieder, als Nolan die Ställe erwähnte. Die Rancherin setzte sich ihren Hut auf, ehe sie kurz Pfiff, um Duke vorzuschicken, und die Tür schloss. "Hinter dem Stall führen ein paar Trampelpfade in richtung Wüste. Vermutlich die der Dichisk." klärte sie den Söldner kurz auf, während sie an ihm vorbei in Richtung Stall lief und ihren Mantel dabei überwarf. Auch sie blickte kurz zum Himmel hinauf. Noch blieb ihnen genügend Zeit. Dennoch war Kenda etwas ungeduldig. Sie wollte ihre Tiere einfach wieder in Sicherheit wissen. Je schneller, desto besser. Und bis diese Dichiks endlich weg sind, würde sie wohl nicht entspannen können. Kenda folgte dem Border Collie am großen Stall entlang nach hinten. Darauf achten, ob Nolan ihr überhaupt folgte, tat sie in dem Moment nicht wirklich. Duke schnupperte schon energisch am Boden. Die Rancherin blieb an der Rückwand des Stalles stehen und musterte die Trampelpfade. Frisch aufgewühlter Boden verriet ihr, dass diese vor nicht allzu langer Zeit benutzt worden waren. Vermutlich vom Vortag. Kendas Blick legte sich auf das Holz der Wand. Zerkratzt und angeknabbert. Einige Löcher musste sie provisorisch wieder zubauen. Die ersten Tage hier waren wirklich nicht einfach für die junge Frau gewesen. Vor allem das alles allein zu stämmen. Und auch der Fakt, dass sie ihre Pferde im Stall einsperren musste, obwohl diese sonst hauptsächlich auf den Weiden lebten, belastete sie dazu auch noch etwas.
Re: Neue Lande, fremde Biester
from Nolan on 08/25/2024 11:07 AMBlaugraue Augen verfolgten Kendas Bewegungen ganz genau, als die Rancherin nach etwas griff. Weiterhin behielt Nolan eine gesunde Portion Misstrauen bei, doch als er sah, das es sich nur um den Mantel und Hut der Frau handelte, entspannte er sich etwas. Kurz blickte der Söldner Kendas Hund nach, welcher auf einen Pfiff schon vorlief, ehe er seinen Blick wieder auf die kleinere Frau richtete. Bei ihren Bericht nickte er leicht, von ein paar Warnschüssen, würde sich die Echsen demnach nicht vertreiben lassen. "Weißt du weviele es ungefähr sind?" Erkundigte sich der Söldner, während er Kenda folgte. Auch der Blick des Söldners richtete sich auf die frischen Spuren, welche die Dichisk hinterlassen hatten. Kurz ging Nolan in die Knie, um sich die aufgewühlte Erde besser anzusehen. Er war vielleicht kein Jäger, Erfahrung im Spurenlesen hatte er aber dennoch. Sein Blick folgte dem seiner Auftraggeberin, musterten die zerkratzten und teilweise zerlöcherten Wände, welche die Dichisk hinterlassen hatten. "Sie scheinen es wirklich auf die Pferde abgesehen zu haben", murmelte er, bevor er sich wieder erhob. Obwohl die Rancherin erst vor kurzem eingetroffen war, hatte sie bereits mit allerhand Schwierigkeiten zu kämpfen. Dennoch sah man ihr die Erschöpfung nicht an. Wenn sie sich weiter so Hartnäckig zeigte, würden die Chancen wohl tatsächlich nicht schlecht stehen, in dieser erbarmungslosen Stadt zu überleben. Diese Anerkennung stand Nolan jedoch nicht gerade ins Gesicht geschrieben, weiterhin behielt er ein recht neutrales Gesicht bei "Wo können wir uns am besten auf die Lauer legen?" Noch einmal tastete er nach dem Gürtel seines Sharps Rifle. Die Rancherin wusste wohl am besten, von wo aus sie die Dichisk am besten überfallen könnten.




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