Willow & Tallulah: Durch dick und dünn
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Willow & Tallulah: Durch dick und dünn
von Tallulah am 14.08.2024 17:50Tallulah betrachtete sich in dem schönen großen Spiegel, der bei im Zimmer stand. Sie trug eins ihrer Lieblingskleider, weiß und luftig. der Tag versprach genauso heiß zu werden, wie viele davor und das Kleid war weit geschnitten, sodass es die gelegentlichen Luftzüge, so selten sie auch erfrischend kühler als die Umgebungstemperaturen waren, gekonnt einfingen. Was praktisch und notwenig war, denn Talli plante nachdem sie ihre Stationen abgearbeitet hatte noch einmal in den Untergrund zu gehen. Vorerst hatte sie aber noch andere Pläne. Und nachdem sie vom perfekten Sitz ihrer Kleidung überzeugt war, machte sie sich auch sogleich auf zu ihrem ersten Ziel. Auf dem Weg zur Tür begegnete sie noch ihrer Mutter, der sie mitteilte, sie würde nach einem Meeting mit Miss Sterling zur anstehenden Ratsversammlung kommen würde, welche auch nicht weiter nach fragte. Also schlenderte sie den kurzen Weg zum Haus der Sterlings und klopfte da an die Haustür. Eine Bedienstete öffnete, sonst traf sie im Haus auch niemanden weiter an. Vieleicht war Willows Vater schon im Ratshaus oder in seinem Büro. Nichtsdesttrotz war sie inzwischen fast Stammgast, weshalb auch niemand weiter Fragen stellte oder sich wunderte, warum sie schon wieder vor der Tür stand. Meistens erklärte sie ihre Anwesenheit damit, dass Willow und sie sich mit Wirtschaftsfragen beschäftigten und sich gegenseitig weiterbildeten, was allgemein anerkannt und akzeptirt wurde. dass die beiden nie auch nur ansatzweise über so etwas sprachen, musste ja keiner wissen. So stand Tallulah also wieder einmal vor der Tür ihrer besten Freundin, mit einem Blick, als würde sie vor Langeweile gleich einschlafen und klopfte sacht an.

Re: Willow & Tallulah: Durch dick und dünn
von Willow am 14.08.2024 19:10Mit ausgestreckten Gliedmaßen lag ich quer über meinem Bett, auf dem Bauch ein aufgeschlagenes Buch, welches ich vor wenigen Minuten noch gelesen hatte. Oder zumindest hatte ich es versucht. Immer wieder drifteten meine Gedanken ab und die Buchstaben verschwammen zu einer undefinierbaren schwarzen Suppe, sodass ich es schließlich aufgegeben hatte und nun an die hölzernen Deckenbalken des Bettes starrte und mit den Augen die feinen Verzierungen verfolgte, als wäre es ein Irrgarten aus dem ich unbedingt herausfinden müsste.
Der Morgen war bisher ziemlich ereignislos verlaufen. Nach dem gemeinsamen Frühstück mit meinem Vater, hatte ich mich in die Stallungen begeben und dort mitgeholfen. Das Geräusch von Pferdehufen auf festgetretenem Boden und der Geruch nach Leder und Heu beruhigten meine Sinne gerade so weit, dass ich nicht mehr jeden anblaffte, der mich auch nur schief ansah. Der anschließende Ausritt mit Shadow hatte meine Laune soweit angehoben, dass ich wieder unter Leute treten konnte.
Als ich schließlich zurückkehrte, war mein Vater bereits außer Haus und auf dem Weg zu einem seiner endlosen Geschäftstreffen. Zu späterer Stunde würde noch eine Ratsversammlung stattfinden, bei der ich wohl oder übel präsent sein musste, doch davor hatte ich noch ein wenig Zeit mich auszuruhen und frisch zu machen.
Im Haus war es still. Die Bediensteten gingen ihren Pflichten nach ohne mich weiter zu beachten und so war es niemandem aufgefallen, dass ich mich mit einem Teller frisch gebackener Kekse in mein Zimmer zurück gezogen hatte.
Durch ein leises Klopfen an der großen Flügeltür wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Besuch zu dieser Zeit? Das konnte nur eine sein.
Mit einem Lächeln erhob ich mich vom Bett und schob mit dem nackten Fuß schnell das Paar Stiefel zur Seite um nicht später darüber zu fallen. Mit wenigen großen Schritten war ich bei der Tür und öffnete sie schwungvoll. "Miss Caldwell, welch eine Ehre. Tretet doch bitte ein.", begrüßte ich meine vermutlich beste Freundin mit einer einladenden Handbewegung und als ich die Tür hinter ihr geschlossen hatte, musste ich leise Lachen. "Du siehst schrecklich aus. Was hast du denn den Vormittag getrieben?", der Kommentar war natürlich nicht auf ihr Äußeres an sich bezogen, sondern auf das gelangweilte Gesicht. Das luftige, weiße Kleid umschmeichelte ihre hübsche Silhouette und schien bei diesem Wetter genau die richtige Wahl. Ich selbst trug eine locker sitzende Hose aus dunklem, olive-grünen Lein, in die ich mein halb aufgeknöpftes, cremefarbenes Hemd gesteckt hatte. Die Ärmel waren hochgekrempelt und für den Geschmack der wohlhabenden Gesellschaft zeigte ich sicher viel zu viel Dekolleté, aber wir waren nur zu zweit, also wen interessierte das schon. Das lederne Mieder, welches ich vorhin noch getragen hatte, hing über der Stuhllehne am Holztisch am Fenster, daneben der Hut, der inzwischen zu einer Art Markenzeichen geworden war.
Langsam fuhr ich mir mit der Hand durch die offenen Haare, um sie wenigstens ein wenig zu richten, ehe ich mich wieder im Schneidersitz auf meinem Bett niederließ und das Buch zuklappte, welches beim aufstehen auf der Decke gelandet war. "Was sollen wir anstellen, um dich aus den Klauen der Langeweile zu befreien, hm?", fragte ich Tallulah mit einem breiten Lächeln. Sie ging hier oft ein und aus, sodass wir keine Gefahr liefen von irgendjemandem überrascht zu werden, der sich fragte, was sie hier zu suchen hatte. Unsere Treffen waren stets ein sicherer Hafen, ein Rückzugsort von all den täglichen Gepflogenheiten und Verpflichtungen.

Re: Willow & Tallulah: Durch dick und dünn
von Tallulah am 14.08.2024 19:33Wie üblich, und erwartet, wurde die Tür förmlich aufgerissen. So viel Energie in so einem hübschen Körper, eine teufliche Mischung, das fand Talli schon immer, aber es vermutlich auch das, wass Willow so aufregend machte. Doch hauptsächlich musste sie sich eingestehen, dass es beneidenswert war. Natürlich konnte sie es auf ihre Mutter schieben, auf die Erziehung, die sie ihr hatte angedeihen lassen oder daraf, dass Talli in ihrem Streben Isadora zu Gefallen selbst Schuld dran war. Doch leugnen konnte sie nicht, dass sie die meiste zeit ein einziger Eisklotz war. Es machte vieles leichter, schreckte allerdings auch viele ab. Umso erfrischender war es mit Willow abzuhängen. Ihre Energie war manchmal ansteckend. Bisher hatte Tallaulah allerdings ein zu gutes Immunsystem gehabt um davon etwas abzubekommen. Doch sie fühlte sich immer frei, wenn sie bei ihr war. So als müsste sie zumindest sich nicht zwingen so ruhig zu sein, sondern weil sie es einfach war. Mit einem dankenden Nicken betrat sie das Zimmer, dass sie bereits so gut kannte, wie ihr eigenes. Selbst im Dunkeln hätte sie alles gefunden, was man suchen konnte. Willows Kommentar zu ihrem Erscheinungsbild entlockte Talli, wenn auch kein Lachen, immerhin ein belustigtes Schnauben. Schon ein echter Erfolg. Auf die, offensichtich rhetorische, Frage nach ihrem Vormittag ging sie nicht ein. Tatsächlich war ja tatsächlich nichts geschehen, was sich berichten ließe. Was vieleicht auch der Grund für Talli übertriebene Neutralität war. Sie setzte sich neben ihre Freundin auf den Rand des Bettes und sah sie an. "Sich in schöneren Gedanken wiegen? Zum Beispiel dass der Nachmittag, gleich nach einer todlangweiligen Ratsversammlung, aufregender zu werden verspricht." Entgegnete sie ruhig und zog eine Braue fragend nach oben.

Re: Willow & Tallulah: Durch dick und dünn
von Willow am 18.08.2024 12:52Tallulahs kühles, beinahe unnahbares Wesen hatte schon immer eine besondere Wirkung auf mich gehabt. Es war, als würde ihr stoischer Blick eine Herausforderung darstellen, der ich einfach nicht widerstehen konnte. Ihr Auftreten bot den Gegenpol zu meinem ab und an aufgedrehten Wesen und vermochte mich in den richtigen Momenten ein wenig zu bremsen. Wir ergänzten uns gut, vielleicht war dieser Umstand auch einer der Gründe, warum wir uns so ausgezeichnet verstanden.
Als sie sich gesetzt hatte, ließ ich mich ein wenig zurück sinken, um mich an den Kissen und der Rückwand meines Bettes anzulehnen. Meinen Blick ließ ich langsam über sie gleiten, vielleicht etwas zu lang um zufällig zu wirken, ehe ich mit einem schiefen Lächeln antwortete. "Der Nachmittag könnte definitiv spannender werden...und sollte er auch, denn sonst werde ich noch verrückt." Ich legte den Kopf leicht schief und griff nach dem Teller Kekse, den ich ihr hinhielt und mir schließlich selbst einen nahm. "Erinner mich bloß nicht an die Ratsversammlung. Lieber würde ich einem verwilderten Mustang hinterherjagen, als dort zwischen all den möchtegern Politikern zu sitzen, die sich über unwichtige Themen streiten." brummelte ich leise, ehe ich von dem Keks ab biss.
Als ich das Stückchen hintergeschluckt hatte, setzte ich wieder zum sprechen an. "Wenn unser Verhalten nicht so wichtig wäre, würde ich ja vorschlagen, dass wir die Versammlung ein wenig aufmischen, allerdings wird das weder deiner Mutter, noch meinem Vater gefallen." Ein Seufzen entwich meinen Lippen, ehe ich noch ein Stück des Kekses aß.
Auf meiner Stirn bildeten sich kleine Fältchen ab, die zeigten, dass ich über irgend etwas nachzudenken schien. Meine einzige Hoffnung auf einen gelungen Tag war wohl wirklich der Nachmittag. "Wir könnten später ausreiten oder dem Untergrund einen Besuch abstatten. Ich war seit einigen Tagen nicht dort, vielleicht gibt es ja etwas neues.", meine Stimme hatte ich ein wenig gesenkt. Zwar war unser Haus eigentlich sicher und die Mägde und Diener würden nie auf die Idee kommen ihr Schweigen zu brechen, doch wie sagte man immer so schön: Besser Vorsicht, als Nachsicht.
"Oder schwebt meiner werten Eisprinzessin etwas ganz anderes vor?" fragte ich mit einem neckischen Lächeln. Diesen Spitznamen hatte ich ihr vor Jahren gegeben, doch ich benutzte ihn noch heute.

Re: Willow & Tallulah: Durch dick und dünn
von Tallulah am 19.08.2024 15:34Still ließ Tallulah ihre beste Freundin ausreden. Da sie selbst nicht die gesprächigste war, war es sehr angenehm, wenn jemand anderes die Stille mit viele Worten füllte. Nicht dass Talli die Stille unangenehm war, sie mochte sie sogar sehr. Aber dann wenn sie allein auf ihrem Zimmer war, ein Buch laß und dabei einen guten Tee trank. Mit Willow war es einfach dank ihrer Natur selten ruhig und mit anderen Menschen artete es stets in unangenehmes Sich-Anschweigen aus, das wiederum für Talli nicht unangenehm war, aber wie sie wusste, von anderen so empfunden wurde. Wie dem auch sein, ließ sie Willow ausreden, nahm sich dabei dankend nickend nickend einen Kecks und knabberte an diesem herum, um auch spontan den Mund nicht zu voll zum Sprechen zu haben. Die Ratsversammlung ließ sie unkommentiert, darüber zu reden, würde es nicht weniger langweilig machen. Die Vorschläge für den Nachmittag jedoch waren, wie jede von Willow, erfolgversprechend. Über den Spitznamen, den sie ihr anschließend gab, schnekte sie ihr ein schiefes Lächeln. Da man ihre Mutter insgeheim die Queen of frozen hearts nannte, war dieser nur umso passender wenn man bedachte, wie sehr Tallulah dieser ähnelte. Und tatsächlich mochte sie ihn auch. Er passte unstreitbar gut zu ihr und hatte eine Wirkung, dass man sofort wusste, was man zu erwarten hatte, wenn er genannt wurde. Um es sich, über ihren Gedanken, bequemer zu machen, lehnte sich das blonde Mädchen zurück, legte ihren Kopf auf Willos Schoß und die Füße auf die Bettkante. Es kam ja eh niemand rein, der sie so sehen würde, was ihr ein wenig unangenehm wäre. Sie mochte es nicht, wenn man sie so entspannt sah, für Talli war Entspanntheit ein Zeichen von Faulheit, zumindest wollte sie es nach außen nicht so wirken lassen. "Tatsächlich wollte ich nach der Versammlung...runter gehen." Setzte sie schließlich selbst zu sprechen an, als Willow geendet hatte und blieb dabei ebenfalls so wage wir möglich. "Ich hab jemanden getroffen und hoffe sie wiederzufinden. Interessante Persönlichkeit, Dakota heißt sie. Muss wohl denen angehören die ihr Leben auf unehrlich Weise bestreiten." Willow war die einzige, der sie alles erzählte, ohne unschöne Details auszulassen, die ein schlechtes Licht auf sie oder ihre Umgebung werfen könnten. "Aber gegen nachmittag würde ich gern ausreiten. Trixie und ich müssen sich immer noch aneinder gewöhnen." erst kurzer Zeit hatte Talli genau in diesem Raum Willow davon erzählt, wie sie Trixie nach einem erfolgreichen ersten Treffen von ihrer neuen Geschäftspartnerin Kenda gekauft hatte. ja, es gab wirklich nichts, dass Willow nicht sofort als erste erfuhr.







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